Ein neues Jahr hat begonnen. 2011 haben wir hinter uns gelassen und fangen nun im Januar mit dem Jahr 2012 wieder von vorne an.
Von vorne anfangen. Das klingt verlockend. Und deshalb beginnen wir ein neues Jahr – vielleicht sogar unbewusst – mit guten Vorsätzen.
Wie wäre es mit dem guten Vorsatz, die digitale Fotosammlung in diesem Jahr endlich einmal ordentlich zu führen? Dazu braucht es nur ein Programm, mit dem man die Fotos verwaltet und den festen Vorsatz, am Ende jedes Monats die Aufnahmen auf die Festplatte zu laden, durchzusehen, auszusortieren und einzuordnen. Man kann sich die schönsten Bilder ausdrucken oder entwickeln lassen und nicht nur mit Datum, sondern auch mit kleinen Anekdoten versehen. Ein Foto mit ein paar Sätze dazu reicht oft aus, um ein Ereignis vor dem Vergessen zu bewahren.
Mein Vorschlag für 2012 – und zugleich mein ganz persönlicher Vorsatz – lautet deshalb:
Nehmen Sie sich an jedem Monatsende ein bisschen Zeit, Ihre Fotos zu organisieren. Seien Sie dabei kritisch und heben Sie nur die wirklich guten Aufnahmen auf. Sie müssen ja nicht alle misslungenen Schnappschüsse gleich ganz löschen, aber es wird übersichtlicher, wenn Sie in einem speziellen Ordner nur eine Auswahl der besten Fotos verwahren.
Diese Fotos können Sie gleich entwickeln lassen und ins Album kleben. Schreiben Sie nicht nur Zeit und Ort dazu. Versuchen Sie, zu jedem Ereignis ein paar Eindrücke zu notieren.
Alternativ können Sie sich eine Software zur Erstellung von Fotobüchern aus dem Netz laden und mit einem Jahrbuch beginnen – mit Fotos und Geschichten.
Ende Dezember – wenn der Weihnachtsstress vorüber ist – können Sie entspannt den letzten Monat des Jahres in Ihr Album packen und haben somit Ihr Jahrbuch 2012 komplett. Wenn Sie das Fotobuch nicht zu Weihnachten verschenken wollen, lohnt es sich auch, mit dem Druck bis Anfang Januar zu warten, da viele Anbieter ihre Preise dann radikal senken.
Vergessen Sie nicht, jedes Mal ein Backup Ihrer Fotos zu machen, damit sie bei einem Festplattencrash nicht verloren gehen. Das geht auch gut mit einem Online-Anbieter wie Flickr oder Photobucket, um nur zwei zu nennen.
Diese Vorgehensweise hat auch den Vorteil, dass Sie, sollten Sie planen zu Weihnachten Ihre Lieben mit Fotogeschenken zu beglücken, nicht erst lange Ihre Festplatte nach geeigneten Schnappschüssen durchsuchen müssen.
Im Januar 2013 fangen Sie dann – genau – nochmal von vorne an.
Viel Erfolg!
Passend zum letzten Beitrag, in dem Stephanie Esser von ihren Tagebüchern erzählt, stolperte ich gestern über einen Artikel im Uni-Spiegel. Dort wird von einem neuen Trend berichtet: Tagebuchlesungen.
Zunächst in der Londoner Kneipenszene beheimatet, hat der Trend nun auch Deutschland erreicht. Frauen – und manchmal auf Männer– lesen in Cafés öffentlich aus den Tagebüchern ihrer Jugend vor.
Man fragt sich, was das soll. Ist es wirklich lustig? Oder fühlt sich das Publikum eher durch Fremdschämen unterhalten? Was bringt den Vorlesern die totale öffentliche Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit? Sind die Erlebnisse und Gedankengänge selbst so unterhaltsam oder ist es eher die unbeholfene Ausdrucksweise eines Teenagers, die für die Lacher sorgt?
Auf jeden Fall ist es eine Möglichkeit für Leute mit einem Hang zur Selbstdarstellung, die ihr Tagebuch hervorkramen und sich fragen, was sie heute wohl noch damit anfangen können.
Ein Gastbeitrag von Stephanie Esser
Mit acht Jahren bekam ich ein Weihnachtsgeschenk, das mein Leben entscheidend geprägt hat: eine dünne, schwarze Kladde mit roten Ecken. Ihre Seiten waren weiß, liniert und herrlich unbeschrieben. Ich wusste sofort: Das würde mein Tagebuch sein.
Noch am heiligen Abend, kurz vor dem Schlafengehen, schrieb ich meinen ersten Eintrag. Er endete mit dem Satz: „Das wahr ein schönes Weihnachtsfest.“
In den Anfangszeiten waren die Einträge sporadisch und kurz, aber schon bald wurde das Tagebuch wie eine gute Freundin für mich: „Ich hab heute nachgedacht, was so ein Tagebuch eigentlich ist, und hab rausbekommen das man dort seine Freuden und Sorgen eintragen [kann]. Ich will dir den Namen geben: Sabine. Weil meine Freundin die mich versteht auch Sabine heißt.“
Von nun an begann ich jeden Eintrag mit „Liebe Sabine“ und unterschrieb mit „Deine Steffi“.
Sabine erzählte ich, worüber ich mich gefreut oder geärgert hatte, wie doof ich meine Geschwister fand, wie es im Urlaub gewesen war. Ich stellte ihr Fragen und unterstellte ihr Gedankengänge („Sicher glaubst du jetzt, dass…“).
Ich schrieb unzählige „Briefe“ an Sabine. Über meine erste Verliebtheit, schlechte Mathenoten, Liebeskummer, Klassenfahrten, Langeweile, neue Klamotten, die erste richtige Frisur.
Als ich 17 war, wurden ich und das Tagebuch langsam erwachsen. Ich brauchte kein imaginäres Gegenüber mehr, sondern eine Reflexionsplattform, die mir half, meine Gedanken und Gefühle zu ordnen und zu bewerten. Bis heute wird mir oft erst beim Schreiben klar, worum es eigentlich geht. Neue Ideen entstehen, plötzlich kann ich die Dinge aus anderen Perspektiven sehen.
Wie oft habe ich abends bei Kerzenschein meine Kladden durchgeblättert und mich an alte Zeiten erinnert. Wie oft war ich froh, nachlesen zu können, wie es „wirklich“ gewesen war, zu sehen, wie die Zeit meine Erinnerungen verändert hatte. Wie sehr auch ich mich verändert hatte.
Seit 34 Jahren begleitet mich mein Tagebuch nun durchs Leben, das genauso bunt und vielfältig ist wie die Kladden, die ich gefüllt habe. Mache sind dick, andere dünn, einige habe ich geschenkt bekommen, für manche tiefer in die Tasche gegriffen, es gibt einfache Ausführungen und Luxusvarianten, die Blätter sind blanko, liniert, oder kariert. Zusammen aber sind sie vor allem eins: geschriebene Erinnerung, die zu Weihnachten ihren Anfang genommen hat.
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Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Blogwichtelaktion des Texttreffs, des besten Netzwerks der Welt für Frauen der schreibenden Zunft. Bis zum 18. Dezember erscheinen Gastbeiträge in zahlreichen Blogs der Textinen; so nennen sich die Mitglieder des Texttreffs. Es lohnt sich, im TT-Blog zu stöbern, denn dort werden die Beiträge vorgestellt. Nicht nur die einzelnen Wichtelbeiträge sind empfehlenswert, auch die bewichtelten Blogs sind einen regelmäßigen Besuch wert.